Homöopathische Dosierung als Konsequenz.

Warum sich die mögliche Stärke einer homöopathische Arzneimitteldosierung auch schon aus der methodischen Arzneimittelwahl nach dem Ähnlichkeitsprinzip und den allgemeinen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ergibt, möchte ich hier Interessierten anhand eines nachbearbeiteten Falles aus dem Englischen (Referenz-Details bzw. Link zum Originalfall-File: siehe nächsten Absatz das unterstrichene Wort „Englischen“) detailliert darstellen.

Ich nutze dazu meine erarbeitete Alle9ne-Fallanalyse zur Nachvollziehung von Fremdveröffentlichungen erfolgreicher homöopathischer Behandlungen am Beispiel von nächtlichen Knieschmerzen; aus dem Englischen „A case of knee pain“,  (Referenz: Anamnese und Arzneimitteldifferenzierung = Link zum Original mit Genehmigung der Herausgeberin Uta Mittelstadt).

Ähnliche Fallanalysen habe ich beispielhaft mit Hahnemanns Krankenjournalfällen (Link zu meiner kleinen Fallsammlung) gemacht und veröffentlicht.
Hier nun wendetet ich (nach der Übersetzung, die hier den Rahmen sprengen würde) zuerst die Anamnesestrukturierung nach dem Alle9ne Fallhierarchisierungsschema zur Zusammenstellung der Details (I.) vor dem nächsten Schritt (II.) an: der Auswahl der geeigneten Rubriken im Repertorium, um schließlich die Differenzierung (III.) von in Frage kommenden Arzneisubstanzen per Materia Medica (Reine Arzneimittellehre) durchzuführen.

Am Schluß dann noch dazu mein Kommentar zur konsequenten Mitteldosierung in der Homöopathie am Beispiel der LM-/Q-Potenzen.

I. „A case of knee pain“ – Eine 52 Jährige Frau hat seit 6 Monaten Knieschmerzen mit Verdacht auf „Osteoarthritis“.

Übersicht der Zeichen; sortiert nach dem Alle9ne-Fallhierarchisierungsschema 

1. Zeitfaktor

Seit einem halben Jahr leidet sie unter Knieschmerzen, die nachts (<) besonders schlimm sind. Tagsüber z.B. bei der Arbeit als Altenpflegerin hat sie dabei kaum nennenswerte Beschwerden. 

Seit einem Jahr arbeitet sie nur noch Teilzeit à 3 Tage die Woche (vorher Vollzeit ohne diese Probleme: s. 6.).

Historie: Mutter: Arthritis, Bluthochdruck. Bei einem Bruder: Psoriasis. Ihr Vater: gesund.

Seit der Kindheit hatte sie gelegentlich Ohr- bzw. Nebenhöhlenentzündungen (s. 4., 7.).

2. Temperatur- bzw. Wetter-In-/Toleranzen:

Wenn sie tagsüber im Freien umher geht, ist ihr wohler (s. 8.). Hitzeanwendungen verträgt sie gar nicht (<), äußerliche Kälte tut ihr gut (>).

3. Diätetik:

Gesunder Appetit und normales Durstempfinden. Sie meidet Milchprodukte / Milch und lehnt Äpfel ab (, ob das mit den Knieproblemen zusammenhängt, konnte ich aus der Darstellung so nicht erkennen: siehe 7.!)  Nach Süßem und Schokolade liegt ihr der Sinn eher und sie trinkt gelegentlich Alkohol.

Medikation: Bisher nahm sie herkömmliche Schmerzmittel und Entzündungshemmer gegen die Beschwerden mit vorübergehendem Erfolg.

4. Sensorium:

Ihr Knieschmerz ist wiederholt scharf stechend, wobei das rechte Knie stärker betroffen erscheint. Druck, Hautberührungen und Kleidung, die die Haut bedeckt (Bettdecke) verschlimmern (<) den Schmerz. 

Ansonsten noch gelegentlich Kopfschmerzen und/oder Nebenhöhlenentzündungen  seit Kindheit (s. 1.).

5. Schlafmodalitäten:

Schlafstörung / Schlaflosigkeit durch Schmerzen (s. 1., 8.).

6. Gemütssymptome:

Ist schnell verletzt, gereizt und verärgert zu Hause (s. 1.). Sonst redselig und gefühlsbetont. Wegen der Arbeitszeitverkürzung ist die finanzielle Sorgenbelastung gestiegen (s. 1.).

7. Ausscheidungen und Absonderungen:

Atmung und Verdauung sind zur Zeit unauffällig / regelmäßig (trotz gelegentlicher Nebenhöhlenentzündungen und Blähungen). Sie hat drei Kinder (zwei Söhne, eine Tochter). Normale Schwangerschaften / Geburten. Ist der Menopause ohne weitere Probleme.

8. Bewegungs- und Ruhemodalitäten:

In der Ruhe verschlimmern (<) sich die Knieschmerzen, Bewegung (tagsüber) bessert s. 1., 2.). Treppensteigen verschlimmert besonders zu Beginn. Hinsetzen und Aufstehen, sowie das Bein strecken verschlimmern bzw. lassen es in den Knien knacken.

9. Äußerliches:

Moderate Schwellung des rechten Knies ohne Hitzezeichen.

II. Auswahl der Symptome der Hauptbeschwerde für die Repertorisation (diesmal mit dem Synthesis 9, Edition 2009, Nachdruck von 2011, ISBN 978-3-929271-32-4):

Knieschmerzen < nachts (S. 1844, Rubrikenabschrift):

bell. cact. caj. Calc. Calc-i. calc-p. Camph. carb-an. castm coc-c. dios. ferr.-p. form. gels. Graph. Kali-bi. Kali-i. lach. Lyc. Merc. mez. Nat-m. Petr. phos. phyt. plb. polyp-p. Puls. Rhod. Sulph. tub. zinc. ~ arge-pl. dulc. ruta sacch-a. spong. vanil.

Knieschmerzen > Kälte (S. 1847, Rubrikenabschrift): kali-i. Led. plb. Puls.

Ab hier „bleiben“ nur noch Kalium iodatum und Pulsatilla „im Rennen“…

+  Knieschmerzen > Bewegung (S. 1845, die Rubrikenabschrift erübrigte sich daher hier)

= Kalium iodatum und Pulsatilla bleiben weiterhin alleine „übrig“ zur Differenzierung (III.).

III. Kurze Differenzierung Kal-i. – Puls.:

Von Patienten, die Pulsatilla benötigten weiß man (Materia Medica), dass sie beim Bewegungsbeginn zunächst  Probleme hatten, sich mit fortgesetzter Bewegung dann aber besser bewegten. In der Ruhe hält es derjenige  kaum aus – ähnlich wie bei Kalium iodatum – (siehe Materia Medica „Der Neue Clarke“, S. 2632, Band 2).

Aber Pulsatilla findet sich im Repertorium (s.o.) dann nochmal extra in der „< tagsüber“-Rubrik (Synthesis 9, S. 2168), was die Arzneimittelwahl von Kalium iodatum neben der Differenzierung per Materia Medica (siehe Fall-Originaldarstellung) gegenüber Pulsatilla noch klarer – wie ich finde – nachvollziehen läßt.

Die Knieschmerzen, die Pulsatilla im entsprechenden Falle beträfen, würden denjenigen sicherlich eher Tag und Nacht quälen, mit einer leichten Verschlimmerung sogar tagsüber.

Die beachtenswerten Tages- bzw. Nachtangabe(n) dieses Falles (s.o.) machen die Arzneimitteldifferenzierung daher besonders leicht verständlich!

„Der Neue Clarke“ (Materia Medica) zeigt bestätigend das Kal-i.-Symptom: „nächtliches Reißen in beiden Knien…“ aus dem „Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre“ von A. Noack und C.F. Trinks.

Der Fall „schreit“ (für mich) geradezu nach dem ähnlichsten Mittel, dem „Simile“…, das auch glücklicherweise gefunden wurde.

Im Symptomenlexikon war Kalium iodatum bislang nicht enthalten, daher keine Quellenangaben dazu hier möglich.

Kommentar zur Arzneimitteldosierung in der Homöopathie:

Damit (mit der Erkenntnis, welches Simile hier angezeigt ist) kann auch leicht eingesehen werden, warum die homöopathisch gewählten Arzneien für die Anwendung entsprechend „verdünnt“ werden müssen!

Man kann den Beschwerdezustand der Frau hier mit einer extremen nächtlichen Unruhe charakterisieren. Iod oder Kaliumjodid substantiell bei einem Unruhezustand zu geben, wäre wie Öl in’s Feuer zu schütten!

Zwar kennen wir die Schilddrüsenwerte der Frau hier nicht, aber Jod regt sie bei jedem an, was allgemein zur innerlichen Ruhelosigkeit beitragen muß! Und das haben wir hier ja nun auch schon von sich aus an der Frau beobachtet! 

Es sieht so aus, als habe die Frau schon eine Art jodähnlicher Ruhelosigkeit. (Symptomenähnlichkeit nicht Signaturenähnlichkeit/en als Prinzip der Arzneimittelbestimmung).

Daher macht uns das homöopathische Prinzip durch die Methodik sicher in der Mittelwahl, so dass wir eine kleine Gabe des Mittels in der angemessensten Größenordnung geben können, die uns die (vor allem Eigen-)Erfahrung lehrte.

Somit schließt sich hier die „Urtinktur“ als zu substantiell von Anfang an grundsätzlich aus.

Dieser Grundsatz findet sich nun bei jeder Arzneimitteldosierung nach der Mittelwahl mit Hilfe der homöopathischen Methodik.

Wir haben gelernt, uns so mit Respekt der verträglichen Arzneimitteldosierung zu nähern!

Ein Herantasten an die persönliche Dosierstärke des hömöopathischen Einzelmittels fand „ich“ immer wieder günstig mit dem Patienten selbst – durch die Anwendung der LM-/Q-Potenzen in Tropfenform – herauszufinden, wobei mit der LM-/Q-Potenz I. begonnen wird.

Die Tropfenanzahl, die benötigt wird, um eine Reaktion auszulösen ermittelt der Patient in Begleitung des erfahrenen Homöopathen zu Hause selbst (per Protokoll im Patiententagebuch mit Feedback). 

Sie liegt bei etwa 3-10 Tropfen in etwas Wasser in unterschiedlicher Auflösung.

Der Schluck mit der Arzneilösung wird dann bei Bedarf etwa für eine halbe Minute im Mund behalten bevor er ganz geschluckt wird…

Die kurmäßige Anwendung erfolgt per Supervision durch einen erfahrenen Homöopathen.


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Veröffentlicht in Homöopathie

Während meines Homöopathiestudiums…

im Institut für Phytotherapie und Heilpraktikerschule (IfP e.V.: existierte von 1994 – 2016) bei HP Gunter Stegk kam es mir nie in den Sinn, daß es außer dem – dem Krankheitsfall – ähnlichsten zu bestimmenden (und dadurch homöopathischsten) Arzneimittel nach dem Simile-Prinzip noch andere „Kriterien“ geben könnte, die für „Homöopathen“ zur Arzneimittelbestimmung verwendbar wären ; heute allgemein „Schulen“ genannt, die eine Methodenvielfalt in der homöopathischen Verordnungspraxis proklamieren.

Erst der Fachvortrag von Dr. Anton Rohrer anläßlich der 153. Jahrestagung des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte e.V. unter dem Motto: „Panta rhei – Alles fließt – Was bleibt?“ am 24. Mai 2001 in Hamburg zeigte mir diese Diskrepanzen auf.

Anläßlich des Todestages (23. Juli) des einstiegen Homöopathie-Skeptikers des im 19. Jahrhundert nach Amerika übergesiedelten deutschen Homöopathen Constantin Hering (1.1.1800 – 23.7.1880) möchte ich hier die – unter Homöopathen bekannte – Anekdote, die auch Dr. Rohrer zur Erinnerung brachte, wiedergeben.

Sie wurde damals im „Archiv für die homöopathische Heilkunst“ 1833 von C. Hering mitgeteilt und in „Herings Medizinische Schriften“, wieder herausgegeben vom Gypser-Verlag, im Band 1, S. 382– 384 veröffentlicht.

Und so ahnen wir den Wandel, der sich in den letzten 150 Jahren bei der homöopathischen Verordnungspraxis ereignet haben muß, denn heute ist die Vergleichbarkeit der homöopathischen Verordnung ein noch größeres Thema als damals!

C. Hering übernachtete einmal bei einem Edelmann, der seit 20 Jahren krank war und in diesem Zeitraum 477 Ärzte konsultiert hatte und jeder Arzt hatte über seine Krankheit eine andere Ansicht und deshalb einen anderen Therapievorschlag.

Darum hatte der Patient auch keinen einzigen Ratschlag der konsultierten Ärzte befolgt!

Arzt Nr. 301 war Samuel Hahnemann. 

Hier Hahnemann ehemaliges Haus in Köthen:

Der Krankheitsname war 0 und das Mittel war 0.

Das ist der Gescheiteste von allen, rief er, der sagte: der Name der Krankheit der ginge ihn nichts an, und der Name des Mittels, der ginge mich nichts an; die Hauptsache wäre nur die Heilung. 

Warum aber, fragte ich, er sich von diesem Gescheitesten nicht behandeln lasse? 

Weil er nur Einer ist, ich aber drei will, die es eins sind.“ 

Hering lud diesen Baron zu einem Versuch ein und sie stellten das Krankheitsbild zusammen und es wurde brieflich an 33 verschiedene homöopathische Ärzte verschickt, mit der Bitte, ein Arzneimittel für diese Krankheit zu nennen. 

Hering erhielt daraufhin ein Faß Rheinwein Jahrgang 1822, weil es 22 Ärzte gab, die zur gleichen Diagnose kamen. 

Der Baron schrieb Hering: „Da sah ich, dass Sie recht hätten und es noch eine Sicherheit gäbe in der Welt.“


Wäre es dann nicht auch noch heute denkbar, dass von z.B. 33 zusammen gekommenen Homöopathen ganze 22 zur selben Mitteldiagnose kämen? 

Nach meiner Auffassung durch die ganzen Jahre der Erfahrung mit der Homöopathie, kann es diese Einstimmigkeit wieder geben und den Patienten wie Behandlern dadurch mehr Sicherheit geben.

Diesbezüglich berichtete Dr. Rohrer damals vor 16 Jahren in seinem Vortrag über ein Gespräch, daß er mit einem Kollegen führte, bzgl. der beobachteten Veränderungen:

„Als ich Vithoulkas diese Anekdote Herings erzählte, begründete er die heutige Unstimmigkeit der homöopathischen Ärzte mit der größeren Kompliziertheit unserer heutigen Patienten verglichen mit den damaligen. 
Diese Ansicht teile ich nicht, denn warum sollte die Fallaufnahme und Arzneibestimmung bei einem Gichtkranken heute komplizierter sein als damals? 

Was anders ist, sind die vielen homöopathischen Denkschulen mit den verschiedenen Auffassungen darüber, was das eigentlich zu Heilende des Patienten ist und die sich daraus ergebenden Folgerungen für die Arzneidarstellungen in der Materia Medica. 

Die Homöopathen der ersten Generation, also die unmittelbaren Schüler Hahnemanns, hatten andere Vorstellungen über die Beschaffenheit der Homöopathie als wir sie heute großteils vorfinden….“

Auf Hahnemann’s Spuren „fand“ ich es bestätigt, daß es nur eine Homöopathie gibt!

Veröffentlicht in Werkzeuge

Vorhang auf – die Schau beginnt!

Klingt unspektakulär, aber das war für mich DAS Ziel, das ich fand, als ich mein erstes Referat (über Mozart) vor der gesamten Klasse – einschließlich Lehrer – zu halten hatte:

Gut vorbereitet stand ich dort und staunte, denn, als ich beginnen wollte, war ich nicht nur plötzlich heiser geworden, nein, ich bekam überhaupt gar keinen Ton mehr heraus! 

War das etwa das Lampenfieber?

Das wollte ich nicht so leicht wieder erleben und mich für zukünftige Prüfungen (wie z.B. für die mündliche Abiturprüfung in Kunst) von nun an nicht mehr nur theoretisch-intellektuell vorbereiten.

Und tatsächlich fand ich einen „Ort“, der mir im geschützten Rahmen erlaubte, meine Fähigkeiten zur Bühnenpräsenz nicht nur unter Anleitung auszuprobieren, sondern auch (z.B. bei Reisen zum Austausch mit anderen Theatergruppen der LPS in Reading) mit Englischkenntnissen zu erweitern. Den hinreissenden Theaterlehrern und -pädagogen sei Dank!

Durch diese Theater-Erfahrungen neben der Schule fand ich den Mut, zu mir zu stehen, um schließlich auch mit diesem Rüstzeug meinen Weg zur choreographiegestützten „Live-Performance“ – bei Vorträgen und im Praxisalltag gegenüber Klienten  – zur finden!

So konnte ich (mittels Sommer-Ferienjobs) in den Frühjahrs und Herbstferien ab 1988 in den folgenden sechs Jahren insgesamt acht Theater-Workshops besuchen, von denen zwei in England in einem Internat mit der dortigen Theatergruppe stattfanden, die dann wiederum im Austausch zu „uns“ auf den Kontinent zum Theaterspielen kam.

Und dann besuchte ich einen Theater-Workshop, der genau ein Jahr vorher dort stattfand, wo ich Conner – meinen jetzigen Mann – durch Liebe auf den ersten Blick „traf“!

Günstig war für uns damals das Kennenlernen der Theater-Leute vom SommerCamp 1991 in Walsrode (, was ich da ja noch nicht wissen konnte), weil sich während unseres Aufenthaltes im nächsten Hochsommer dort ein Feuer bei einem erntenden Mähdrescher in der Nähe bedrohlich entwickelte! Dabei hatte zuvor wegen des trockenen Wetters die Feuerwehr jegliches offenes Feuer verboten.

Mir war es so nun möglich, die „Bekannten“ schnell auf weitere Feuerlöscher aufmerksam zu machen, an denen ich während des  „Z“-Workshops vorbeigekommen war und die ich alleine nicht hätte bewegen können.


Durch diesen „Feuerlauf“ kam ich am Ende mit Reiki in Kontakt, das Conner ein Jahr zuvor gelernt hatte, aber diese Geschichte(n) möchten wir noch gemeinsam erzählen… (www.zentauricrew.com)

Der letzte Herbst-Workshop 1993 zum experimentellen Theater zeigte mir dann deutlich, daß ich die Theaterarbeit gebraucht hatte, um zu mir zu finden und nicht, um mich zu einer Schauspielerin zu entwickeln.

Für mich stand vielmehr fest, mich von sämtlichen Masken zu befreien und mit mir selbst ehrlich umzugehen.

Dabei fand ich tolle Leute auf dem Weg und kann mich nun hier über diesen (nun etwas sichbareren) schönen Erinnerungsschatz freuen, der sich ergab, als ich begann, auf mich (meinem Herzen oder meinem Bauch?) zu „hören„…

Einen möchte ich hier ganz besonders ehren, denn er half während der Zeit des Ökologischen Jahres, das ich von 1993-94 absolvierte, jedem in unserer Gruppe, seine beruflichen Ambitionen zu finden: Hallo „Franz“ (Siegfried Schubert), Danke daß Du mich für einen therapeutischen Beruf vorgeschlagen hast, nachdem Du mich im ÖJ kennenlerntest:


Denn auch während des ÖJ begleitete mich das Theater, bei dem ich (im Puppentheater) nun aus dem Backstage-Bereich agierte (s.o.).

Schließlich erhärtete sich für mich der Weg zur Natur durch die Begegnung mit einem Gärtner während des ÖJ-Motorsäge-Seminars, als mir dieser bei einem Mittagsspaziergang durch den Wald sämtliche Pflanzen lateinisch (dachte ich damals) benannte. 

Ich erfuhr die Sehnsucht, auch diese Kenntnisse zu bekommen, weil sich mir die Pflanzen dadurch nicht mehr wie zuvor als ein „Grün“ zeigten…: es war, als hatte sich mir ein Vorhang zu einem gigantischen Ausblick geöffnet! 

Jemand empfahl dann, mich mit meinem Wissensdurst an HP Klaus Krämer zu wenden, und so hatte ich „meinen“ Phytolehrer gefunden! Danke Dir, Klaus, auf diesem Wege! Auf noch viele schöne weitere PflanZEN Spaziergänge… mit Deinen Lieben: die „Spaziergänge“ beinhalten einen Link, der zur Infoseite für weitere aktuelle Termine führt.

Veröffentlicht in Werkzeuge

Bekanntes und Unbekanntes

Man kann als Homöopath nur das im Repertorium und der Materia Medica wiederfinden, was da vorhanden ist und was man so schon kennt.

Ich habe daher mein erstes Repertorium zweimal durchgelesen und mich auch intensiv mit der Materia Medica beschäftigt (bzw. beschäftige mich immer noch gerne damit). Trotzdem will ich dafür hier keine Werbung (s.u.) machen!

Kann ich also bei einem konkreten Fall in den Quellen nichts plausibles finden (Lebensstil) oder hat es auch was mit der (im „Akutfall“ relativ kurzen) Zeit und dem Ort zu tun, dann näherte ich mich vorsichtig über die Reflexzonen an, wie diejenigen am Fuß, am Ohr und schließlich auch über den Körper insgesamt z.B. bei Narbenstörungen im Lymphbahn- und/oder Meridianverlauf. 

Die Kenntnis (Beobachtung der Ganzheitlichkeit) der äußeren Zeichen (einschließlich Zunge und Pulsqualitäten) der offensichtlich leidenden Lebenskraft halfen mir dann, den energetischen (Streß- und/oder Schwäche-)Zustand des Gegenübers zu erspüren und zu bestimmen, so daß durch die allgemeine Aktivierung der körpereigenen Hausapotheke – dann oft mittels Akupunktur, Akupressur/Massage oder Handauflegen – eine Linderungserfahrung angestoßen werden konnte.
Dies verschaffte mir dann die Zeit, mich weiter um die Erforschung des Symptomenbegriffs und der Wiederfindung ähnlicher Krankheitsäußerungen in der homöopathischen Literatur ausführlich zu widmen, denn, und nun kommt’s, was ich leider entdecken mußte: im Repertorium steht auch nicht wirklich alles drin, was z.B. noch in der Materia Medica stand und in der Materia Medica sind z.B. „neuere“ Erkenntnisse auch kaum durchgängig eingearbeitet worden.

Zudem gibt es sogenannte Updates zu den bewährten Werkzeugen (in meinem Fall u.a. das Synthesis 7), in denen es nicht nur zu der Umstellungen von Rubriken gekommen ist… Was mich schließlich dazu brachte, das „alte“ Buch restaurieren zu lassen (,denn es fiel nach mind. 16jährigem Gebrauch auseinander), um mich weiterhin gut zurecht finden zu können.

Es brauchte dann immer wieder einen Extraanlauf das „neue“ Systhesis 2009 mit heranzuziehen, aber es gab auch freudige Überraschungen durch ergänzende Einträge, die ich auch zu schätzen gelernt habe und es nun ergänzen benutzt.

Es ist also sehr viel Erfahrung und Kenntnis der zur Ausübung der klassischen Homöopathie nötigen Werkzeuge gefordert, um nützliche Verordnungen zu produzieren.

Leider bietet der Markt für Anfänger eine zu oberflächliche Auswahl, die oftmals zudem noch äußerst bunt daher kommt: mit „praktischen“ Kurzrepertorien für verschiedene Alters- und Erkrankungsgruppen…

Dabei scheint dauernd versucht zu werden, die nötige Information zu verkürzen, um noch schneller an das richtige Mittel zu gelangen…

Und man machte auch vor der indikationsbezogenen oder signaturlehrebasierten Verordnungsweise nicht halt, was zum allgemeinen Unverständnis der klassisch-homöopathischen Verordnungspraxis nach Symptomenähnlichkeit in der Öffentlichkeit beitrug.

Wo immer möglich, wende ich also die Methode der homöopathischen Arzneimittelanwendung („nach deutlich einzusehenden Gründen“) an. 

Veröffentlicht in Ganzheitlichkeit

Wassermangel als Heilungshindernis

Bei den sommerlichen Temperaturen kann man an der Küste eine Erfrischung nur am, im oder auf dem Wasser fahren… Zum Ende der Saison gibt es nochmal schönstes Segel- und Badewetter! In der Teenager-Zeit war Segeln mein aktives Hobby. Und wenn der Wind so weht wie heute, sehnt es sich in mir nach mehr Meer…!

Anläßlich des dreißigjährigen „Geburtstages“ von dem Bild meines Segellehrers, daß er (auch) jedem (anderen) Crew-Mitglied im Rahmen eines Knotenbrett-Projektes malte, möchte ich hier an „unseren“ Jugend-Kutter „Kalkgrund“ erinnern, dessen Namen von dem nahen Leuchtturm der Geltinger Bucht abstammt und gleichzeitig alle anderen grüßen!

Die Flensburger Förde, die Dänische Südsee und der Ostseefjord Schlei waren damals „mein“ Segelrevier. 

Und als ich einige Zeit in Berlin lebte, merkte ich bald, daß ich die See viel zu selbstverständlich als anwesend angesehen hatte, nämlich als mir das „Fernsehen“ fehlte! Ich fuhr damals allzu gerne oben im Doppeldeckerbus mit und bemerkte, wie meine Augen sich über dem Tempelhofer Feld mit weitschweifigem Blick entspannten!

Bitte helft alle mit, um unser Wasser wieder sauber zu kriegen und es zu bewahren!

Dabei möchte ich erstmal nicht das Salz- und Süßwasser unterscheiden…!

Und sind wir nicht schon selbst zu (über) 70% aus mineralisiertem (Süß-?)-Wasser aufgebaut?!

Dabei fallen mir aus meiner HP-Praxis einige Fälle – besonderes von Kindern – ein, die als „Krankheitsursache“ Wassermangel hatten.

Daher muß eine der ersten Maßnahmen sein, die Harmonisierung des Wasserhaushaltes anzustreben!

Viel Spaß auf „unserem“ blauen Planeten!

Veröffentlicht in Homöopathie

„Was sind Allgemeinsymptome?“

Diese Frage, die an mich herangetragen wurde, möchte ich heute beantworten:

Dieser Begriff faßt quasi alle Beschwerden zusammen, die den ganzen Menschen betreffen und die vor, während oder evt. noch nach einer „akuten“ Krankheitsepisode vom Normalzustand (Wohlbefinden) abweichen.

Zusätzlich haben wir noch die Hauptzeichen, mit denen der Betroffene zur Behandlung gekommen ist. Sie sind (so Hahnemann in „Heilkunde der Erfahrung“, S. 26), wenn sie zusätzlich zu den beständigsten, den auffallendsten und den beschwerlichsten für den Kranken zählen, das Grundgerüst für die Fallanalyse (s. auch Organon der Heilkunst, Paragraph 153).


Getreu der von Hahnemann schon früher veröffentlichten Anleitung zur homöopathischen Fallaufnahme in „Heilkunde der Erfahrung“, S. 24/25, gehört zur    

„Begründung der Heilung ein treues Bild der Krankheit in ihren Zeichen, und nächstdem, wo sie aufzufinden ist, die Kenntnis ihrer Veranlassung und Entstehungsursache, um, nächst der Heilung durch Arzneien, auch diese (Anmerkung: da sonst ein Heilungshindernis besteht) hinweg räumen zu können – durch verbesserte Einrichtung der Lebensordnung – zur Verhütung eines Rückfalls.“

Im „Organon der Heilkunst“ führt Hahnemann dann später klar auf, wie eine Anamnese („Erinnerung“) durchgeführt wird (etwa ab Paragraph 86): für jeden dort nachzuarbeiten…

Welche Symptomengruppen zu den Allgemeinsymptomen bei der homöop. Fallanalyse dazu gehören, stelle ich noch weiter unten im Einzelnen vor…

Ich habe für die Anschaulichkeit dazu einen Wandquilt genäht, der die Bereiche der Allgemeinsymptome symbolisch ganzheitlich darstellen soll…

Man sieht schon, daß es sich um drei Gruppen handeln wird:


Daher ist die Fallaufnahme (Anamnese und Untersuchung) in der homöopathischen Praxis so umfangreich.

Der Homöopath braucht für die Fallanalyse eine ganzheitliche Schau, um die oftmals immer noch mangelnden Aufzeichnungen der Erfahrungen zu Arzneimittelprüfungen (Reine Arzneimittellehre) für die Arzneimittelwahl nutzen zu können. 

Siehe dazu das Zitat von Georg Heinrich Gottlieb Jahr in „Lehren und Grundsätze der gesamten theoretischen und praktischen homöopathischen Heilkunst“, Paragraph 109, S. 292, Ulrich Burgdorf Verlag für homöopathische Literatur, Nachdruck von 1857:

…je weiter ein consensuelles Symptom von dem eigentlichen Sitze der Krankheit entfernt ist, je seltener es in gewöhnlichen Fällen beobachtet wird, und je weniger dasselbe eine natürliche Folge der wesentlichen Krankheitssymptome zu sein scheint, umso mehr kann dasselbe als wahlbestimmend angesehen werden.“


Und wenn es einigen Interessierten an der homöopathischen Arzneimitteltherapie dann immer noch befremdlich vorkommt, wenn der Behandler Bereiche nach dem Spontanbericht und der körperlichen Untersuchung abzufragen beginnt, die scheinbar mit der aktuellen Beschwerde nichts zu tun haben würden, bitte ich diejenigen zunächst mal an das Prinzip der Ganzheitlichkeit zu denken. 

Dann kommt es einem nämlich plötzlich nicht mehr seltsam vor, daß z.B. der Fuß ja schließlich direkt am restlichen Körper „hängt“ (, was jedoch schon z.B. bei der Fußreflexzonenmassage zu spüren möglich ist): Alles ist mit allem verbunden!

Zusammenfassend:
Vor der sinnvollen Repertorisation zur homöopathischen Mittelwahl gilt es, durch die Zusammenstellung der für die Arzneimittelsuche gewählten Symptome des Kranken ein grobes „Bild der Charakeristika“ zu zeichnen, daß es ermöglicht, ähnliches Leiden in den Beschreibungen von Arzneimittelerfahrungen (Arzneimittelprüfungen) wieder zu erkennen, um das Homöopathikum zu identifizieren („Totalität der Symptome“).

Ich habe das von mir erstellte Hierarchisierungskonzept „Alle9ne“ genannt, weil ich durch die konkrete Umsetzung zu Heilungsverläufen gelangte, die in ihrer Wirkung (nicht nur) auf mich wie ein „Strike“ beim Kegeln wirkten.

Geholfen hat mir dabei mein bisheriges Wissen der Asiatischen und Europäischen traditionellen Medizin u.a. über die Krankheitsbegünstigenden Faktoren, als ich mit dem „Geist der homöopathischen Heillehre“ zu folgender hierarchischer Struktur kam:

I. Krankheitsauslöser und individuelle Unverträglichkeiten (Stressoren):
1. Zeitfaktor: Jahreszeiten, Tageszeiten, Mondphasen u.ä.;
2. Temperatur- bzw. Wetter-In-/Toleranzen;
3. Diätetik: Essen und Trinken (Schlucken, Alkohol, etc.), Medikamente;
II. Empfindungen, die vom Willen unbeeinflußt sind:
4. Sensorium: Schmerzen, Schwindel u.a. Mißempfindungen, z.B. Augen, Ohren…;
5. Schlaf: Beschwerden / Gewohnheiten, Umstände, Träume;
6. Gemütsstimmung, wenn sie sich vom Normalzustand unterscheidet;
III. Körperfunktionsveränderungen:
7. Ausscheidungen / Absonderungen wie Schweiß, Stuhl, Urin, Menstruation, Schleim, Blut, Eiter u.ä.;
8. Bewegungs-/Ruhe-Modalitäten, Pulscharakter;
9. Äußeres: Haare, Hautbild, Zunge, Schleimhäute, Brustkorb, Abdomen, Rücken, Glieder etc.

In der Quelle im „Geist der homöopathischen Heillehre“, Band 2 der Reinen Arzneimittellehre von Hahnemann, S. 5-6, finden wir allerdings erstmal „nur“ die drei Hauptbereiche wieder, die ich, wie oben dargestellt, noch in drei Unterbereiche unterteilte.

Zu I. Durch „…Einfluss der krankhaften Schädlichkeiten, welche grösstentheils von aussen her die verschiedenen Siechthume in uns erregen,…“,
Zu II. „…entsteht durch diess abgeänderte Seyn, durch diese dynamische Veränderung des lebendigen Ganzen ein abgeändertes Gefühl (Uebelbehagen, Schmerzen)…“;
Zu III. „…und eine abgeänderte Thätigkeit (innormale Functionen) der einzelnen gesammten Organe, wodurch dann nothwendig auch Aenderung der Säfte in unsern Gefässen und Absonderungen innormaler Stoffe secundär entstehen muss, als unausbleibliche Folge…“

Mit diesem Hintergrundwissen sind meine Krankenjournal-Fallbearbeitungsdarstellungen, so denke ich, auch für andere nachvollziehbar. 

Den erwähnten historischen Krankenjournal-Fällen versuchte ich mich u.a. mit dem Handbuch der Hauptanzeigen von G.H.G. Jahr zu nähern. 

In der Fußnote des 153er Organon-Paragraphen wird es von Hahnemann erwähnt: 

Um Aufstellung der charakteristischen Symptome der homöopathischen Arzneien hat sich … Hr. G.H.G. Jahr, in seinem Handbuche der Haupt-Anzeigen,…, „Grand manuel“ verdient gemacht.“


Ich hoffe damit mehr zum Verständnis der homöopathischen Fallaufnahme und -Untersuchung beigetragen zu haben! 

Veröffentlicht in Homöopathie

Meine Homöopathie-Erfahrung:

Weil ich soviel über die nötigen Schritte in der Methodik der homöopathischen Arzneimittel-Therapie durch die Erforschung der Krankenjournal-Fälle aus Dr. Hahnemann’s eigener Praxis gelernt habe, teile ich gerne mein Wissen für diejenigen, die sich im Dschungel der Homöopathie-Angebote zur „Methodenvielfalt“ zu verirren drohen.

Zunächst jedoch möchte ich daher die Wichtigkeit der sogenannten „Neben-Beschwerden“ für die ganzheitliche Fallanalyse und Arzneimittelsuche (besonders bei chronischen Krankheiten) in der homöopathischen Praxis nach erfolgter Fallaufnahme verdeutlichen.

Denn immer wieder kommt es vor, daß sich zu viele Arzneimittel nach der ersten Repertorisation bei der homöopathischen Arzneimittelsuche anzubieten scheinen und man findet keine weiteren – zur eindeutigen Differenzierung nützlichen – Lokalzeichen. Dann kann mit Hilfe des Wissens über die Allgemeinsymptome als wichtige zur Differenzierung dienenden Begleit- oder Neben-Beschwerden die Mittelwahl getroffen werden!

Dabei gilt es – vor der erfolgsversprechenden Homöopathischen Arzneimittelanwendung – zwischen dem Erscheinungsbild der natürlichen „Krankheit“ und den verzeichneten  Beobachtungen / Erfahrungen über das krankmachende Spektrum der verschiedenen möglichen Arzneimittel („Arzneimittel-Krankheiten“ z.B. in der Reinen Arzneimittellehre) eine Ähnlichkeit der Symptome wieder zu erkennen und bei der vergleichenden Arzneimitteldifferenzierung mit Hilfe der Materia Medica die Arzneimittelwahl deutlich zu begründen!

Als Beispiel hier ein kleiner Einblick in eins meiner „Werkzeuge„: in die primäre Materia Medica…
 

Interessant wird es dann besonders ab der zweiten Verordnung, zu der die Bestandsaufnahme und richtige Einordnung der verbleibenden Symptome für das weitere Vorgehen in der Heilungskur gehört.

Dazu werde ich bei Interesse gerne berichten können.

Ich wünsche viel Spaß beim Studieren.


Veröffentlicht in Ganzheitlichkeit

ALLe Beiträge von mir…

… möchte ich hier zusammen mit einigen meiner schönsten Fotos ​als eine Art Fundstücksammlung (Link zur Kurz-Biographie, erschienen per google-Account zum Thema #Ganzheitlichkeit) präsentieren! 

Daneben lausche ich dem Gezwitscher und zwitscher auch mal was, das ich meinem Publikum gerne unmittelbar mitteilen möchte: via  @praxiszentauri und als Schaufenster zusammen mit meinem lieben Mann @zentauricrew 

Ab & zu und versuche ich mich in Videoclip-Erstellung (bzw. visueller Darstellungen mit Farben und verschiedenen Materialien) als einer Art, den erlebten Moment einzufangen… 

Man sieht nur, was man weiß. 

Man weiß nur, was man wahrnimmt.

Je mehr man weiß, desto mehr nimmt man wahr!“

(Zusammenstellung aus verloren gegangenen Quellen,

oder weißt Du, wo die Sprichwort-Fundstücke herstammen?)